Franz Beckenbauer Supercup 2026: Dortmund fordert den Double-Sieger
Wird Giannis Konstantelias der neue Erling Haaland? Gewinnt der FC Bayern München wie im vergangenen Jahr den Franz Beckenbauer Supercup?
Heute Abend beginnt die neue Saison mit einem Duell, das kaum mehr Tradition haben könnte: Borussia Dortmund empfängt den FC Bayern München im Signal Iduna Park. Um 20:30 Uhr geht es um den Franz Beckenbauer Supercup – und damit um den ersten Titel der Saison. Bayern kommt als Deutscher Meister und DFB-Pokalsieger nach Dortmund, der BVB als Vizemeister.
Dabei ist der Supercup längst mehr als ein besseres Vorbereitungsspiel. Gerade Dortmund gegen Bayern besitzt seine eigene Dynamik. Die beiden erfolgreichsten Mannschaften der Supercup-Geschichte treffen aufeinander, und für beide ist die Partie eine erste Standortbestimmung: Wie schnell funktionieren die Mannschaften nach der Sommerpause, wie gut sind die Neuzugänge integriert – und wer setzt gleich zu Beginn ein Zeichen?
Giannis Konstantelias: Dortmunds neue Hoffnung
Besonders spannend wird der Blick auf Giannis Konstantelias. Der griechische Neuzugang ist erst unmittelbar vor dem Supercup zur Mannschaft gestoßen und absolvierte am Freitag seine erste Trainingseinheit beim BVB. Dennoch könnte er bereits heute zum Einsatz kommen.
Die Erwartungen sind groß. Konstantelias bringt Technik, Kreativität und Unberechenbarkeit mit – Eigenschaften, die Dortmunds Offensive eine neue Dimension geben können. Und zwangsläufig erinnert die Situation an einen anderen jungen Spieler, der einst nach Dortmund kam und innerhalb kürzester Zeit zum internationalen Superstar wurde: Erling Haaland.
Natürlich wäre es vermessen, Konstantelias schon vor seinem ersten großen Auftritt mit Haaland gleichzusetzen. Beide sind zudem völlig unterschiedliche Spielertypen. Interessant ist vielmehr die Frage dahinter: Hat Borussia Dortmund wieder einen Spieler verpflichtet, der beim BVB den entscheidenden Schritt vom außergewöhnlichen Talent zum europäischen Star machen kann?
Bayern will den nächsten Titel
Der FC Bayern reist dagegen als Double-Sieger an und macht aus seinen Ambitionen keinen Hehl. Trainer Vincent Kompany hat vor dem Spiel deutlich gemacht, dass München den Titel gewinnen will. Trotz einiger Ausfälle sollen unter anderem Harry Kane, Michael Olise und Dayot Upamecano zur Verfügung stehen. Für Bayern geht es damit auch um die Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte. Der Rekordmeister ist mit elf Titeln die erfolgreichste Mannschaft dieses Wettbewerbs; Dortmund folgt mit sechs Erfolgen. Doch der BVB hat einen Vorteil, den man gerade in diesem Duell nicht unterschätzen sollte: Dortmund spielt zu Hause. Nach einer durchwachsenen Vorbereitung zeigte die Mannschaft zuletzt eine deutliche Steigerung, gewann 3:2 beim englischen Meister Arsenal und holte gegen die AS Rom nach einem frühen 0:2 noch ein 2:2.
Ein erster Fingerzeig für die neue Saison
Ein Supercup entscheidet keine Meisterschaft. Aber Dortmund gegen Bayern ist selten bedeutungslos.
Für den BVB bietet sich die Gelegenheit, dem Double-Sieger gleich beim ersten Pflichtspiel der Saison zu zeigen, dass mit Dortmund zu rechnen ist. Bayern wiederum kann demonstrieren, dass der Hunger nach Titeln trotz des erfolgreichen Vorjahres nicht kleiner geworden ist.
Und vielleicht liefert ausgerechnet ein neues Gesicht die Geschichte des Abends.
Wird Giannis Konstantelias Dortmunds nächster großer internationaler Star? Oder zeigt der FC Bayern bereits beim ersten Titelkampf, wer auch 2026/27 die Mannschaft ist, die es zu schlagen gilt.
Nachlese zum Supercup Finale 2026
Der BVB hat noch einen weiten Weg vor sich
Der FC Bayern München gewinnt den Franz Beckenbauer Supercup 2026 mit 2:1 – und Borussia Dortmund muss sich vor allem fragen lassen, warum die Mannschaft erst nach der Pause wirklich mit dem Fußballspielen begann.
In der ersten Halbzeit war der Unterschied zwischen beiden Mannschaften erheblich. Bayern bestimmte das Spiel, war gedanklich schneller, ballsicherer und vor dem Tor konsequenter. Nathaniel Brown und Michael Olise sorgten für eine verdiente 2:0-Pausenführung. Die Statistik von 11:1 Torschüssen machte deutlich, wie wenig der BVB dem Double-Sieger zunächst entgegenzusetzen hatte. Erst in der zweiten Hälfte zeigte Dortmund das Gesicht, das man von einem ernsthaften Bayern-Verfolger erwarten darf. Die Mannschaft wurde mutiger, spielte schneller nach vorne und profitierte dabei auch davon, dass München mit der komfortablen Führung sichtbar an Konsequenz verlor. Giannis Konstantelias brachte nach seiner Einwechslung Kreativität ins Dortmunder Spiel, Fabio Silva erzielte in der 75. Minute den Anschlusstreffer – und plötzlich war sogar der Ausgleich möglich. Maximilian Beier hatte ihn in der Schlussphase auf dem Fuß.
Die Rote Karte für Ramy Bensebaini in der 90. Minute änderte daran erstaunlich wenig. Selbst mit zehn Spielern suchte Dortmund noch den Weg nach vorne. Sie war aber nicht die Ursache für die Wende im Spiel – die hatte bereits mit Beginn der zweiten Halbzeit eingesetzt.
Das 1:2 sieht am Ende knapper aus, als es die erste Halbzeit vermuten ließ. Und genau darin liegt für den BVB vielleicht die wichtigste Erkenntnis dieses Supercups: Die Mannschaft besitzt offensichtlich genügend Qualität, um Bayern unter Druck zu setzen. Aber wenn sie dafür erst 45 Minuten Anlauf benötigt, ist der Weg zu einem ernsthaften Meisterschaftskonkurrenten noch weit.
Für Bayern dagegen war es ein beinahe typischer Titelgewinn: eine Halbzeit dominant, danach nicht mehr überzeugend – aber am Ende steht wieder der FC Bayern mit dem Pokal da.