Kaum ein Politiker des 20. Jahrhunderts hat die Macht des gesprochenen Wortes so eindrucksvoll vorgeführt wie Winston Churchill. Als Großbritannien 1940 militärisch bedrängt und politisch weitgehend isoliert war, beschönigte er die Gefahr nicht. Seine Reden gaben der Unsicherheit eine Sprache, verwandelten Angst in Entschlossenheit und zeigten, dass glaubwürdige Führung nicht durch falsche Versprechen entsteht. Für GSW ist Churchill deshalb ein bedeutender Charakterkopf an der Schnittstelle von Rhetorik, Krisenkommunikation, Führung und politischer Verantwortung.
Doch ein Charakterkopf steht bei GSW nicht auf einem unantastbaren Denkmal. Churchill war zugleich ein vom britischen Empire geprägter Machtpolitiker, dessen koloniale Vorstellungen und Entscheidungen kritisch betrachtet werden müssen. Gerade diese Spannung macht die Beschäftigung mit ihm lohnend: Wie kann ein Mensch im entscheidenden Augenblick Freiheit und Demokratie verteidigen und zugleich gegenüber anderen Völkern in überholten Herrschaftsvorstellungen gefangen bleiben? Der neue Hauptartikel folgt Churchill als Redner, Schriftsteller, Staatsmann und widersprüchlichem Menschen.